Die Tüte hütet den Laden

Gepostet am 16 Okt 2017

Die Tüte hütet den Laden

Sich klimafreundlich zu ernähren, erscheint vielen als rotes Tuch: ‚Dann soll ich kein Fleisch mehr essen‘, ist ihr Gedanke. Nachhaltiger Konsum meint jedoch in erster Linie, die Natur und ihre Ressourcen bei Einkauf und Ernährung nach Möglichkeit zu schonen. Der Kauf regionaler Produkte und weniger Verpackungsmüll tragen genauso dazu bei wie eine energieeffiziente Küche. Letztere spart obendrein Geld. Die unabhängige Energieagentur Landkreis Tuttlingen hat einige nützliche Tipps für Sie zusammengestellt.

Aufmerksam einkaufen
Regional erzeugte Produkte sind das A und O beim klimafreundlichen Einkauf, dafür sorgen vor allem kurze Transportwege. Regionale Waren finden Sie auf dem Wochenmarkt, im Bioladen und in manchen Supermärkten. Das CO2-Klimakonto entlasten Sie auch, wenn Sie möglichst verpackungsarm einkaufen: Denken Sie daran, Einkaufskorb oder –tasche mitzunehmen. Für Spontankäufe gibt es kleine Falttaschen, die überall reinpassen. Findige Jungunternehmer haben wiederverwendbare Gemüsebeutel kreiert, die die Tütenflut am Obststand eindämmen. Und Brot und Brötchen schließlich kommen auch im (sauberen) Stoffbeutel sicher nach Hause.

Aufmerksam kochen
Der Spruch „Jedem Topf seinen passenden Deckel“ ist bares Geld wert, denn Topf und Pfanne mit Deckel verbrauchen beim Kochen zwei Drittel weniger Energie als ohne. Unser Tipp: Topfdeckel lassen sich auch nachkaufen. Und beim Erhitzen von Wasser verbraucht ein effizienter Wasserkocher nur rund die Hälfte des Stroms eines Elektroherds (Ausnahme: Induktionsherd).

Aufmerksam essen
Zu einer klimafreundlichen Ernährung gehört tatsächlich auch ein geringerer Fleischkonsum. Schlichte Fakten machen das verständlich: Jeder Deutsche aß laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 2015 rund 89 Kilogramm Fleisch und Fleischerzeugnisse. Ein Rind gibt jeden Tag 200 bis 500 Liter Methangas in die Atmosphäre ab – und Methan ist mehr als 20 Mal so klimawirksam wie CO2. Außerdem braucht das Tier viel Futter, Wasser und Weideplatz. Fazit: Wer weniger Fleisch isst, trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei. Das kann es wert sein – und vegetarische Gerichte sind nicht weniger lecker. Fast zwei Drittel der Getreideernte (61,5 Prozent) werden zu Tierfutter. Zur Produktion von einem Kilogramm Schweinefleisch benötigt ein Bauer beispielsweise rund drei Kilogramm pflanzliches Futter.

(Quelle: FNR; www.blitzrechner.de/fleisch)

Sich klimafreundlich zu ernähren, bedeutet nicht nur, weniger Fleisch zu essen. Nachhaltiger Konsum heißt in erster Linie, beim Einkauf Natur und Ressourcen zu schonen. Das schaffen regionale Produkte, weil sie die Transportwege kurz machen. Weniger Verpackungsmüll trägt ebenfalls zu einem geringeren Energieverbrauch bei. Und wer beim Kochen den Deckel nicht vergisst, spart neben Strom noch Geld. Mehr Tipps für einen nachhaltigen Alltag hat die unabhängige Energieagentur Landkreis Tuttlingen parat. Dazu gehört auch die energetische Modernisierung älterer Gebäude. Die  Energieagentur Landkreis Tuttlingen ist telefonisch unter 07461/9101350 oder per E- Mail unter info@ea-tut.de erreichbar. Nicht nur beim Essen, auch beim Thema „Wohnen“ lässt sich sehr viel Energie einsparen. „Lassen Sie sich neutral von uns beraten, wenn Ihr Haus in die Jahre gekommen ist“, empfiehlt Agenturleiter Joachim Bühner, „meist bekommen Sie Fördergeld.“

Weiterführende Links

co2online:
•    Energiesparend kochen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
•   Verbrauch von Nahrungsmitteln je Kopf (Tabelle 208)

Obst und Gemüse verpackungsarm einkaufen (Beispiele)

WWR World Wildlife Fund