Allgemeine Informationen zur Thermografie
Thermografie ist ein bildgebendes Verfahren, das die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung (Infrarotlicht) eines Objektes oder Körpers sichtbar macht. Mit Hilfe der Thermografie lassen sich Temperaturen flächenförmig erfassen und darstellen. Es kann ein genaues Bild über mögliche thermische Verluste oder bestehende Wärmequellen ermittelt werden. Thermografieaufnahmen können so zur Dringlichkeit von Sanierungsmaßnahmen herangezogen werden. 

Anwendungsmöglichkeiten der Thermografie im Bauwesen 

:: Erkennen unterschiedlicher Wärmeverluste verschiedener Baumaterialien 

:: Erkennt versteckte Baukonstruktionen, wie verputztes Fachwerk oder Betonteile 

:: Darstellung von Heizleitungen in den Wänden und im Boden (auch Kaltwasserleitungen, wenn sie mit Warmwasser gespült werden)

:: Darstellung von Kalt- und Warmluftströmungen durch undichte Konstruktionen 

:: Lokalisieren von Luftleckagen in Verbindung mit Blower Door 

:: Erkennen von trockenen und feuchten Baumaterialien 

:: Lokalisieren von Wasserleckagen in der Gebäudehülle 

:: Erkennen baulicher Mängel in der Baukonstruktion, die entweder zu Schäden führen oder auf eine mangelhafte Ausführung hinweisen

Wichtige Voraussetzungen für die Durchführung von Gebäudethermografie
Die Saison für Außenthermografie ist von September bis April. Eine sichere und qualitativ hochwertige Untersuchung eines Hauses auf Wärmebrücken und Dämmung ist nur dann möglich, wenn ein Temperaturunterschied zwischen innen und außen von 15°C und mehr herrscht. Um einen Einfluss von Sonnenstrahlung auszuschließen, werden die Arbeiten vor Sonnenaufgang oder spät abends durchgeführt. Das zu untersuchende Gebäude sollte mindestens 8 Stunden vor Durchführung der Messung gleichmäßig (Zwischentüren geöffnet) beheizt werden. Heizkörperventile oder Fußbodenheizung etc. sollten ganz aufgedreht werden, um eine maximale Raumtemperatur und somit die größtmögliche Temperaturdifferenz von innen nach außen zu erreichen. Rollläden sollten geöffnet sein, damit eine Aussage über die Qualität der Verglasung und der Fensterrahmen gemacht werden kann. Ferner sollten Fenster und Außentüren während und auch schon einige Stunden vor Durchführung der Thermografieuntersuchung nicht mehr geöffnet werden.

Bei Außenaufnahmen sollte es nicht regnen, schneien oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit vorherrschen, da sich dann Kondensat an den zu untersuchenden Flächen niederschlägt. Dadurch ändert sich die Temperatur des Messobjektes. Ebenso führen zu hohe Windgeschwindigkeiten (>2 m/s) zu verfälschten Messergebnissen. Müssen Aufnahmen während der Tageszeit ausgeführt werden, sollte es vollständig bewölkt sein, zumindest muss das Aufnahmeobjekt im tiefen Schatten liegen. Selbst die diffuse Himmelsstrahlung kann so stark sein, dass exponierte Flächen sich messbar aufheizen.