Wärmedämmung
Gebäude verlieren die meiste Wärme über die Gebäudehülle. Zur Hülle gehören
neben Außenwänden und Dach auch die Fenster und Türen, ebenso kann die Decke
zum unbeheizten Keller ein Element der Hüllfläche sein.
Beim Neubau und bei Sanierungen ist eine gute Dämmung dieser Bauteile inklusive
Bodenplatte und Wärmeschutzverglasung unerlässlich.
Dickhäuter im Vorteil
Wurden noch bis vor wenigen Jahren nur wenige Zentimeter als Dämmung auf die
Außenwand aufgebracht, gelten heutzutage 14 Zentimeter als Mindeststandard. Im
Neubau sind Dämmstärken von 25 bis zu 50 Zentimetern bei Passivhäusern keine
Seltenheit. Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen, dass diese Dämmstärken bei
weiter ansteigenden Energiepreisen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen.
Die Arbeitskosten für die Anbringung sind im Verhältnis deutlich höher als das
Material selbst. Ein paar Zentimeter mehr an Dämmstoff fallen nur geringfügig
ins Gewicht. Die Dämmung später zu verstärken ist hingegen fast nicht mehr
möglich.
Keine Brücken für die Wärme
Zäsuren und Unterbrechungen in der Dämmebene werden als Wärmebrücken
bezeichnet. Besonders Stellen an denen verschiedene Bauteile
aufeinandertreffen, können Wärmeverluste verursachen, wenn sie nicht
ordnungsgemäß verbaut sind. Geht etwa die Geschossdecke als Betonplatte bis zum
Balkon durch, gibt der wärmeleitende Beton, Wärme an die Außenumgebung ab. Die
konsequente Vermeidung von Wärmebrücken hilft Energie sparen.
Niedriger Leitwert heißt gute Dämmung
Das Dämmvermögen wird über den so genannten Wärmeleitwert dargestellt. Je
niedriger dieser Wert ist, desto besser die Dämmeigenschaft. Gängige Dämmstoffe
haben eine Wärmeleitfähigkeit von 0,045 bis 0,020 W/mK. Er sollte über 0,06
W/mK nicht hinausgehen. Auf Dämmstoffen muss der Wärmeleitwert angegeben sein.
Regionale Bau- und Dämmstoffe naheliegend
Nicht zu vernachlässigen sind neben guten Dämmeigenschaften auch der jeweilige
Herstellungsaufwand und die Entsorgungsmöglichkeiten von Bau- und Dämmstoffen.
Bei regional hergestellten Produkten beträgt die Amortisationszeit in der Regel
nur wenige Monate. Es handelt sich um den Zeitraum, den der eingebaute
Dämmstoff benötigt, die zu seiner Herstellung eingesetzte, Energie einzusparen.
Nachwachsende Rohstoffe aus der Region haben somit einen klaren Vorteil.
Holz - universell einsetzbar
Holz eignet sich dabei als Baustoff für Wände ebenso wie zur Dämmung (als
Flocken, Späne oder Weichfaserplatten). Hinzu kommt die CO2-neutrale Verwendung
des Bau- und Dämmstoffs. Ziegel ist als Baustoff ebenfalls akzeptabel. Er hat
kurze Transportwege, weil er meist regional produziert wird. Eine zusätzliche
Dämmung oder ein mit Perliten als Dämmstoff gefüllter Ziegel ist
empfehlenswert.
