Innendämmung im Fachwerk

Gepostet am 22 Mrz 2019

Innendämmung im Fachwerk

Ein altes Fachwerkhaus hat Charme und Ausstrahlung. Diese Romantik hat aber auch ihre Schattenseiten – besonders in der kühlen Jahreszeit. Denn viele Altbauten verfügen über keinen oder niedrigen Wärme-schutz gegen Kälte. „Historische Fachwerkbauten entsprachen zu ihrer Entstehungszeit den Lebensge-wohnheiten ihrer Bewohner und deren Vorstellung von Behaglichkeit. Den Wohnkomfort dieser Häuser empfindet man heute oft als unzureichend“, erklärt Joachim Bühner, Energieberater der Verbraucherzent-rale Baden-Württemberg und Geschäftsführer der Energieagentur Landkreis TuttlingenTuttlingen.

Außerdem sollten Fachwerkhäuser mit von außen sichtbarer Holzkonstruktion und Dekoren oder Farbein-fassungen erhalten bleiben und nicht von außen gedämmt werden. Alternativ gibt es etwa die Möglich-keit, einen Wärmedämmputz im Feld zwischen den Balken oder eine Innendämmung aufzutragen.

„Typisch für eine Wand im Fachwerk ist, dass sie alles andere als gerade ist und aus verschiedenen Baumaterialien besteht“, so Bühner. Dies stellt beim Anbringen von Innendämmung ein großes Problem dar. Eine genaue Bestandsanalyse und sorgfältige Planung sind deshalb notwendig, um die Fachwerk-konstruktion nicht zu schädigen.

„Eine Fachwerkwand transportiert aufgrund der für sie typischen Materialien wie Holz und Lehm eine gan-ze Menge Feuchtigkeit. Und zwar in beide Richtungen“, erklärt Joachim Bühner weiter. Oft eignen sich herkömmliche Dämmmaterialien wie zum Beispiel Polystyrol oder Mineralwolle nicht. Stattdessen werden feuchtigkeits- und dampfdurchlässige Dämmstoffe wie Calciumsilikat oder Mineralschaum eingesetzt.

Fachwerkhäuser von innen zu dämmen, ist eine komplexe Arbeit, die unbedingt zusammen mit einem ausgewiesenen Fachbetrieb durchgeführt werden sollte. Wird die Innendämmung falsch ausgeführt, sind Folgen wie Schimmelbildung oder Pilze fast unausweichlich. „Eine pauschale Lösung gibt es nicht. Daher sollten alle Besitzer von Fachwerkhäusern zunächst eine fachliche Beratung in Anspruch nehmen, die klärt welche Dämmung zum Haus passt und welche Denkmalschutzaspekte einzuhalten sind“, rät der Energie-berater.

Zu allen Fragen rund um das Thema Dämmung berät die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Termine können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 809 802 400 oder direkt bei der Energieagentur Tuttlingen unter 07461 – 910 13 50 vereinbart werden. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für ein-kommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de