Klimaschutz-Plus startet in die neue Runde

Gepostet am 27 Mai 2016

Klimaschutz-Plus startet in die neue Runde

Kommunen, Vereine, Unternehmen und kirchliche Einrichtungen können ab sofort wieder Zuschüsse für die energetische Sanierung ihrer Nichtwohngebäude beantragen, meldet die unabhängige Energieagentur Landkreis Tuttlingen. Bis zu 20 Prozent der förderfähigen Investitionen schießt das Land ihnen jetzt einheitlich über das Programm Klimaschutz-Plus dazu. „Und wer etwa einen Klimaschutzmanager anstellt oder seine regionale Energieagentur fördert, kann auf bis zu 24 Prozent aufstocken“, führt Agenturleiter Joachim Bühner Nachname aus.

Mit Datum vom 18.05.2016 legt das baden-württembergische Umweltministerium das Förderprogramm Klimaschutz-Plus neu auf. Nach wie vor unterstützt es investive Maßnahmen mit 50 Euro für jede Tonne CO2, die vermieden wird. „Etwas verändert hat sich gegenüber 2015 die Art der förderfähigen Maßnahmen“, sagt Joachim Bühner, „außerdem gibt es jetzt sechs – anstatt bislang drei – mögliche Boni“. Als absoluter Höchstbetrag gilt die Fördergrenze von 200.000 Euro pro Gebäude. Insgesamt enthält der Fördertopf 11,5 Millionen Euro.

Einen Antrag stellen können Kommunen, deren Unternehmen und Stiftungen, außerdem kleine und mittlere Unternehmen, kirchliche Einrichtungen, Vereine und Einzelpersonen – alle als Eigentümer, Mieter oder Pächter von bestehenden Nichtwohngebäuden. Auch Träger von Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Heimen (auch Studentenwohnheime) zählen dazu.

Das Förderprogramm für Nichtwohngebäude steht jetzt auf nur noch zwei Säulen: dem CO2-Minderungsprogramm für investive Maßnahmen sowie dem flankierenden Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm.

 CO2-Minderungsprogramm

„Das CO2-Minderungsprogramm ist nun für alle Antragsstellende einheitlich und damit etwas kompakter“, erklärt Bühner. Zuschüsse gibt es ab sofort für ausgewählte Maßnahmen zur Erneuerung von Heizungsanlagen, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Verbesserungen des baulichen Wärmeschutzes, die Sanierung von Beleuchtungsanlagen unter Einsatz von LED sowie die Erneuerung von Lüftungs- und Kälteerzeugungsanlagen. In Kombination mit einer der beiden erstgenannten Maßnahmen wird auch der Einsatz einer Holzpellet- oder einer Hackschnitzelheizung, einer Wärmepumpenanlage oder Solarwärmeanlage honoriert. Nicht mehr förderfähig sind die Installation einer Einzelraumregelung und Investitionen in Wärmenetze. Bei letzteren greift gegebenenfalls das neue Förderprogramm des Landes für energieeffiziente Wärmenetze.

Einen Bonus können sich Antragstellende beispielsweise verdienen, wenn Sie am European Energy Award (eea) teilnehmen, 2015 beim Wettbewerb „Leitstern Energieeffizienz“ dabei waren, eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 besitzen, einen Klimaschutzmanager beschäftigen oder ihre regionale Energieagentur finanziell unterstützen. Mit den Zusatzoptionen lässt sich der Zuschuss auf bis zu 24 Prozent erhöhen – vorausgesetzt, die Obergrenze von 200.000 Euro wird nicht überschritten.

 Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm

Die Inhalte dieser Programmsäule – ehemals die Beratungsprogramme – wurden teilweise verändert. Insgesamt gibt es nun zehn Optionen. Dazu gehören:

  • die Teilnahme am eea, die pauschal mit 10.000 Euro gefördert wird; 1.500 gibt es für den eea in Gold;
  • der Einsatz des Bilanzierungstools BICO2BW für kleinere Städte und Gemeinden ohne Klimaschutzkonzept (bis zu 50 Prozent Förderung);
  • ein systematisches Energiemanagement (bis zu 50 Prozent Förderung);
  • BHKW-Begleit-Beratungen (bis zu 50 Prozent Förderung);
  • eine detaillierte Energieberatung für Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen und Heime (bis zu 50 Prozent Förderung);
  • die Teilnahme am Landeswettbewerb Leitstern Energieeffizienz (Festbetragsförderung);
  • die Durchführung von Schulprojekten – vor allem durch regionale Energieagenturen (Festbetrag je nach Veranstaltung).

Das Erstellen einer integralen Energiediagnose wird vom Land nicht mehr bezuschusst: Hier greift jetzt alternativ zu großen Teilen ein entsprechendes Bundesprogramm. Auch für die Gründung von kreisweit tätigen Energieagenturen gibt es nun keine Förderung mehr, da nahezu alle baden-württembergischen Kreise versorgt sind.

 Fristen

Alle Anträge im CO2-Minderungsprogramm müssen bis zum 29. September 2016 eingegangen sein (es gilt der Eingangsstempel). Gleiches gilt für die Teilnahme am Wettbewerb Leitstern Energieeffizienz. Wer die Angebote im Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm in Anspruch nehmen will, muss seinen Antrag bis zum 30. November 2016 eingereicht haben. Am 1. Februar des kommenden Jahres beginnt die Antragsfrist für 2017.

 

Eine ausführliche Beratung rund um die energetische Sanierung erhalten Privatleute, Kommunen, Vereine und Unternehmen bei der unabhängigen Energieagentur Landkreis Tuttlingen. Die Erstberatung ist kostenlos. Beratungstermine sollten vorab vereinbart werden. Das Büro der Energieagentur Landkreis Tuttlingen ist telefonisch unter 07461/9101350 oder per E- Mail unter info@ea-tut.de erreichbar.

 Weiterführende Links

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft:

 

KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg: